Ausstellungen auf Burg und Kloster

Ausstellung im Wohnturm

 

der Oybin - ein Fels in der Weltgeschichte


Es ist ein äußerst interessantes, ja entscheidendes Jahrhundert für den Oybin, das uns in dieser Ausstellung begegnet. In welche geschichtlichen Zusammenhänge war es nun gestellt?

Die Welt war größer geworden ausgangs des 15. Jahrhunderts, durch die Entdeckungen der Seefahrer in der neuen Welt. Sie brachten eine Konzentration von Reichtum und Macht in Europa eine Blüte von Wissenschaft und Kultur, den Übergang von der Gotik zur Renaissance und neue Ideen, auch in der Geistesgeschichte, die sich in Reformation und Gegenreformation Bahn brachen. Eigentumsverhältnisse wurden in Zweifel gezogen; Umbrüche kündigten sich an - Vorläufer davon hatten schon mit den Hussiten auch am Oybin ihre Visitenkarte hinterlassen - in Form von Steinkugeln, als Zeugnis erfolgloser Belagerung, die uns heut wichtige Zeitzeugen sind.

Noch war die Zeit nicht reif für reformatorische Ziele. Erst das 16. Jahrhundert sollte ein Meilenstein dieser Entwicklung werden Reformation und Gegenreformation drückten der Zeit ihren Stempel auf.

Das Kloster der Cölestiner auf dem Oybin, wo wir auf Spurensuche gegangen sind, zeigt ein kleines Abbild der großen Geschichte und manche der damals eingetretenen Entwicklungen bzw. getroffenen Entscheidungen wirken bis zum heutigen Tag fort.

Das Kloster der Cölestiner 1369 durch Kaiser Karl IV zu Lucca gestiftet, sollte für immer von der böhmischen Krone privilegiert auf dem Oybin seine Heimstatt haben.


Nach Jahrzehnten der Prosperität sogar ein Filialkloster wird auf dem Königstein gegründet doch ebenso schnell ist es wieder aufgelöst - geht die ca. 200jährige Burg- & Klosterzeit zu Ende.
1568 verstirbt der letzte Oybiner Cölestiner im Väterhof zu Zittau. Auch eine Wiederbelebung des Klosters durch die Jesuiten bleibt erfolglos. Es sind nicht nur die Gedanken und Auswirkungen der Reformation wie beispielsweise der Verlust der Klosterdörfer, die protestantisch werden, es ist der Klosterbesitz insgesamt den Ferdinand I. und seine Nachfolger in den Dienst der Gegenreformation stellen.

Er versichert sich der mobilen und immobilen Habe und verpfändet den Klosterbesitz an die Stadt Zittau, bis diese schließlich 1574 Burg und Kloster Oybin mit seinen Besitzungen erwirbt. Ein Rechtsverhältnis, das heute noch gilt.
Doch dieses Rechtsgeschäft hatte wie viele vor und nach ihm einen Haken, die sogenannte Jesuitenpension. Mit ihr begann eine schier unendliche Geschichte.

1.400 Taler vom Oybin ...von Ferdinand I. zunächst für die Gründung des Jesuiten Collegs im Prager Clementinum bestimmt, dann jährlich zum Unterhalt gefordert wurden bis in das späte 18. Jahrhundert ein Zankapfel zwischen Zittau und der böhmischen Krone, selbst dann noch, als die Jesuiten als Orden schon aufgehoben waren. Es belastete in jedem Fall das Verhältnis zum Oybin und ist sicher mit verantwortlich dafür, daß die durch Blitzschlag 1577 zerstörte Burg- und Klosteranlage nicht mehr saniert wurde bis ... doch das ist eine andere Geschichte, die im 19. Jahrhundert ihren Anfang nimmt.
Die Sicherung der mobilen Habe das Klosters durch die böhmische Krone in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts (vor dem Brand) hatte also einen Vorteil, denn die Kostbarkeiten, wozu auch im besonderen die Bibliothek zählte, mit der das Kloster ausgestattet war, wurden somit kein Raub der Flammen.
Doch einige Dinge blieben liegen. Sie lagerten in den untersten Räumen des Kaiserhauses und wurden bei den Sanierungsarbeiten im Jahre 1994 wiederentdeckt – eine kleine archäologische Sensation.

Es handelt sich um Harnischteile, von denen wir die markantesten Stücke in unserer neuen Ausstellung der Öffentlichkeit präsentieren können.


Ausstellung im Bahrhaus

 

König, Heilige & Sünder


Im Mittelpunkt stehen die gotischen und renaissacezeilichen Ofenkacheln aus den archäologischen Ausgrabungen.

Wie Kleinodien einer Schatzkammer präsentieren sich die Exponate der o. g. Ausstellung – im sanierten Museumsraum des Bahrhauses.

Gotische Blattkacheln, einfarbig oder mehrfarbig glasierte Ofenkacheln der Renaissance zeugen vom handwerklichen Geschick und Kunstsinn ihrer Hersteller. Sie erzählen auch über den Komfort, mit dem die Bewohner von Burg und Kloster Oybin, Burgbesatzung wie Mönche, sich den rauhen Alltag in den kalten Wintermonaten etwas angenehmer gestalteten.

Eher sachlich, jedoch ebenso interessant in Form und Funktion treten uns Befunde und Fundstücke der 1994
auf dem Oybin entdeckten Heizkammern einer Steinofen - Luftheizung entgegen.

Durch die Sanierung des Kaiserhauses und der angrenzenden Bereiche, konnten sie erforscht und teilrekonstruiert werden.
Diesen Heizungstyp, mit dem die heiße Luft durch die Kanäle direkt in die Räume geleitet werden konnte,
gibt es häufig in Klöstern, hier jedoch war seine Existenz bis zu den Ausgrabungen1994 nicht mehr bekannt.

Lassen Sie sich überraschen von Schönheit und kulturhistorischem Inhalt unseres Ausstellungsthemas.

Wanderausstellung

 

Fotoimpressionen in Vergangenheit und Gegenwart vom Berg Oybin


Seit Generationen ist der Berg Oybin mit seiner Burg- und Klosteranlage Motiv zahlreicher künstlerischer Darstellungen, die eng mit dem Wirken Kaiser Karl der IV. im 14. Jh. und mit den Malern der Romantik im 19. Jh. verbunden sind.

Jede Zeit fand ihre eigene Sprache im Umgang mit diesem einmaligen Kultur- und Naturdenkmal.

Ob Malerei, Kupferstich, Lithografie oder Fotografie, immer wieder faszinieren Motiv und Sicht des jeweiligen Künstlers den Betrachter und verlocken zur Spurensuche – gestern wie heute.
Einmalige Zeitdokumente überraschen uns als Betrachter und schlagen eine Brücke über ein Jahrhundert.

Die historischen Aufnahmen des ausgehenden 19. Jh. stammen von Robert Scholz, dem Begründer einer „Dynastie“ von Fotografen, die vor allem in Görlitz wirkte.

Aus dem dortigen Ratsarchiv stammen die verwendeten Fotoplatten. Sie wurden digitalisiert und dem heutigen Betrachter damit zugänglich gemacht – inzwischen sind 5000 Platten auf diese Weise gerettet worden

Der Fotograf Holger Stein aus Dresden, der 1998/99 den Oybin aus seinen Blickwinkeln erkundete, zeigt Heutiges, aber in Ausstrahlung und Wirkung durchaus in einer Sicht, die romantische Entdeckungen enthüllt, auch wenn grafische Linien immer wieder eine Harmonie des Gegensatzes zeigen.

Das zeitliche Zusammentreffen seiner Arbeiten mit den Kontakten zum Robert Scholz-Archiv legte nahe, einen Dialog zwischen gestern und heute herzustellen.

Nach ihrer etwa einjährigen Präsentation in der Gewölben der Unterkirche auf dem Oybin sind die „Fotoimpressionen“ seit 2003 auf Wanderschaft.
Sowohl in Deutschland als auch im benachbarten Ausland werben die Motive dafür, nicht nur die europäische Dimension des Oybin in Geschichte und Kunstgeschichte, sondern auch seine Einbettung in eine faszinierende Kulturlandschaft zu entdecken, die keine Ländergrenzen kennt.

Unsere Ausstellung
„Fotoimpressionen gestern und heute vom Oybin“
Robert Scholz, Görlitz Holger Stein Dresden
ist auf Wanderschaft.